Forex - Wochenausblick KW 16
Samstag, 17. April 2010 16:34:00
DollarIndex
Der US-Dollar beendete die Woche fast unverändert gegenüber den anderen G10 Staaten. Auslöser am Freitag war die Anklageschrift der US Börsenaufsicht SEC gegen Goldman Sachs wegen Betruges. Die Aktien von Goldman sackte um 12.8 Prozent in die Knie. Natürlich hatte dies auch den kompletten Bankensektor nach unten gezogen.
Hier wird also in den nächsten Tagen mit weiteren Enthüllungen und Gegendarstellungen gerechnet werden müssen. Heikel ist das Thema auch für die Deutsche Bank, welche ähnliche Produkte wie Goldman an seine Kunden verkaufte. Aktuell sehen wir wohl nur die Spitze vom Eisberg - wenn dies zu einer Lawine wird, nicht auszudenken.
Auf der reinen Aktienseite kommen in der kommenden Woche Quartalsberichte von 11 im Dow Jones und 123 im S&P500 gelisteten Unternehmen heraus, darunter sind:
- IBM
- Microsoft
- Citigroup
- Morgan Stanley
- Goldman Sachs!!!
Nebenbei - haben Sie bemerkt das am Freitag die Zahlen von Google heraus kamen? Die waren wirklich gut - allein im ersten Quartal legte der Umsatz um 23% zu - die Reaktion der Aktie - sie gab um 7,6% nach!
Von der Konjunkturseite haben wir es in der kommenden Woche ruhiger. Für den Monat März werden Daten zu den Erzeugerpreisen, zu den Verkäufen bestehender sowie neuer Häuser und den Bestellungen langlebiger Güter erwartet. Das ist nicht viel!
DollarIndex - COT Report
Beide Lager - die Hedge Funds aber auch die Commercials haben ihre Positionen etwas verringert - eine typische Pattsituation. Dazu kommt noch die Seitwärstphase aus der Saisonalität und der anschließende Abwärtstrend. Ob es auch so kommen wird, das hängt wohl auch vom Euro ab.
Euro
Der Euro scheiterte sich von seinem Tief bei 1.3282 langfristig zu lösen und rutschte unter dem 50-tägigen SMA (1.3576) zurück, den Investoren fehlt das notwendige Vertrauen in den EU Wirtschaftsraum. Zu viele Staaten haben seit Jahren auf Pump gelebt und müssen nun harte Eingriffe starten, um die schlimmsten Probleme in den Griff zu bekommen. Langfristig sind wohl die Richtlinien des Maastricher Abkommens nicht umsetzbar!
Europäische Zentralbank - Präsident Jean-Claude Trichet - nimmt in seinem monatlichen Bericht an, dass das Wachstum und die Inflation über einen mittelfristigen Zeitraum weiter "gemäßigt" bleiben.
Die EU Politiker sind der Ansicht, dass die "Tageskurse passend" sind, weil die Zentralbank annimmt, dass dies nur eine "Unebene" darstellt und in diesem Jahr wir wieder einer Wiederherstellung der alte Stärke des Euro sehen werden.
Wer versteckt sich hier eigentlich hinter wem?
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht für die deutsche Wirtschaft in 2010 und 2011 von einem moderaten Aufwärtstrend aus. So prognostiziert das Institut für 2010 ein Wirtschaftswachstum von 1,7% und für 2011 ein Wachstum von 1,8%. Der langsame Aufschwung, so das Institut, sei vor allem der weltwirtschaftlichen Erholung geschuldet. Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, hat sich die Zahl der Beschäftigten in Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten im Februar erneut verringert. Die Anzahl der Beschäftigen sank um 242.500 auf 4,9 Millionen.
Deutschland will, dass der Internationale Währungsfonds die Sicherheitsleistungen um Griechenland anführen sollte. Grund sei der EU Vertrag von Maastrich, der es den einzelnen EU Staaten nicht erlaubt, die Verschuldung von 3% zu überschreiten. Eine direkte Unterstützung von Griechenland würde für Deutschland eine Netto-Neuverschuldung bedeuten und damit ein kräftiges Ansteigen über die 3% Grenze!
Außerdem behaupteten die europäische Politiker, dass Portugals Initiativen, seine Ausgaben zu senken und damit die Verschuldung zu minimieren, "ehrgeizig" sind.
Nach wie vor hat die Ratingagentur Fitch eine negative Meinung für Portugal und nicht nur für Portugal!
EURO - COT Report
Rein auf Tagesbasis sieht es schlecht beim Euro aus, doch wenn wir uns die wöchentlichen Fakten ansehen, dann ist die Welt nicht ganz so schwarz. Der Euro scheint sich trotz seiner vielen Probleme ersten einmal gefangen zu haben. Unter großen Tagesschwankungen geht es hoch und runter, doch neue Tiefs werden nicht mehr ausgebildet. So ist es kein Wunder, dass die Commercials und die Fonds ihre Positionen minimieren - der große Druck ist für das Erste raus aus dem Euro. Natürlich spielt auch die große Unsicherheit über die Zukunft der EU und seiner Währung einen wichtigen Faktor mit, doch ein Grund für große Panik sehe ich nicht.
Rein von der Saisonalität her, haben wir auch das Schlimmste überstanden.
Sehen wir uns die wichtigsten News für die nächste Woche an:
Vom Euro oder dem USD ist nicht viel zu sehen - da hat man mehr Zeit auf die weitere Entwicklung von Goldman Sachs und Co. zu achten. Das wird bestimmt sehr spannend bleiben. Der Freitag war nur der erste Vorgeschmack!
AUD - Bearish!
Selten waren die Positionen im AUD so ausgeprägt wie aktuell! Das erste Ergebnis sehen wir auch, der AUD schloss die letzte Woche im Minus. Dabei hat sich der Druck von seitens der Commercials weiter erhöht, für die ist der Kurs eindeutig zu hoch. Egal was unsere Meinung ist, fakt ist eines, unser Geld reicht nicht aus, um uns gegen die Commercials zu stellen. So machen mittelfristige Longpositionen nicht so viel Sinn, denn das Risiko ist einfach zu hoch!
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und eine erfogreiche Forex Woche!
Mike C. Kock
für FXCM Research
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