Forex - Wochenausblick KW 31

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Sonntag, 25. Juli 2010 15:04:00

«Der Stresstest hat Leichen für tot erklärt», sagte Daniel Gros - Leiter des Centre for European Policy Studies (CEPS). «Man weiss jetzt etwas mehr, wo die Wackelkandidaten sitzen - aber wirkliche Erkenntnisse hat der Test nicht gebracht.» Das CEPS- Institut gilt als eine der renommiertesten Denkfabriken in der EU- Hauptstadt Brüssel.

Um die wirkliche Krisenfestigkeit des europäischen Bankensystems zu testen, schlägt er einen Stresstest für die Europäische Zentralbank (EZB) vor. «Die EZB hat in grossem Umfang griechische Staatsanleihen gekauft. Man müsste durchspielen, was passiert, wenn diese Papiere ausfallen würden.»

Egal - der Test ist nun vorbei, doch die Stresstest in den USA oder auch in der Schweiz waren härter ausgelegt und führten zu klareren Erkenntnissen.

So haben die Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS haben einen Stresstest der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) bestanden. Laut dem Krisenszenario wären sie selbst dann nicht gefährdet, wenn neben der Weltwirtschaft auch Immobilienmärkte und die Euro-Staaten kollabierten. Gemäss der Belastungsprobe blieben die Kapital- und Liquiditätspuffer der Credit Suisse und der UBS ausreichend. Deren Kernkapitalquoten (Tier 1) würden nicht unter die mindestens geforderten 8 Prozent sinken. In der EU wurden nur 6 Prozent verlangt.

Das war der Höhepunkt aus der letzten Woche - der Stresstest! Kommen wir nun wieder zur Realität der Zahlen aus dem COT Report und fangen wir mit dem Euro an.

EUR/USD

Positionen der Commercials: netto long + 33.054 Kontrakte - Veränderung von -1.840 Kontrakte
Positionen der Hedge Funds: netto short -24.251 Kontrakte - Veränderung von + 2.788 Kontrakte

Die Veränderungen waren minimial und hatten keine großen Auswirkungen auf den Euro Verlauf gehabt. Die Unsicherheit wegen dem Baken Stress Test war zu spüren und kein Analyst kann mit dem Ergebnis wirklich zu frieden sein.

Von der Saisonalität wurde in der letzten Wochen ein Zwischenhoch erreicht, neue Tendenz nun - leicht bearish oder seitwärts, wenn man optimistisch ist. Die Positionen der Marktteilnehmer bleiben weiter auf einem tiefen Stand und solange die Hedge Fonds netto short sind, fehlt es an der treibenden Kraft für einen klaren Aufwärtstrend.

Dafür müssen in der kommenden Woche die Wirtschaftsdaten wieder her halten. Der ifo Index aus der letzten Woche hat schon mehr als überrascht. So ein Anstieg kam seit der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr vor. Nun wird es wichtig, wie die Arbeitslosenzahlen sich in Deutschland entwickelt haben. Sie sollten weiter nach unten gehen.

Hier ist der komplette Überblick für die wichtigsten Zahlen zum Euro.

Da kommt einiges an wichtigen Daten auf uns zu, mal sehen, wie es der Euro aufnimmt.

CHF/USD

Positionen der Commercials: netto short - 21.006 Kontrakte - Veränderung von -1.688 Kontrakte
Positionen der Hedge Funds: netto long + 15.113 Kontrakte - Veränderung von +523 Kontrakte

Hier sind die Hedge Fonds ganz klar netto long und halten den Schweizer Franken weiter oben. Die COT Zahlen zeigen keine großén veränderung an und die Positionen sind noch ein Stück vom Extrembereich weg.

Da die Saisonalität weiter bullish ist, sollte es mit dem CHF auch nach oben gehen. Was dagegen spricht ist nur die Grenze der Parität. Ein CHF = ein USD - klingt gut, doch rein von der wirtschaftlichen Stärke her, ist der CHF damit klar überbewertet.

GBP/USD

Positionen der Commercials: netto long + 33.697 Kontrakte - Veränderung von -12.926 Kontrakte
Positionen der Hedge Funds: netto short - 26.767 Kontrakte - Veränderung von + 7.904 Kontrakte

Wenn es beim EUR und beim CHF zu keinen großen Veränderungen in den Positionen der Marktteilnehmer kam, so kann ich dies vom GBP nicht berichten! Um fast 25 Prozent haben die Commercials ihre netto long Position nach unten gefahren. Damit leiten sie den nächsten Schritt im GBP ein - für sie ist mittlerweile ein Preislevel erreicht, welches sich lohnt, sich abzusichern.

Noch sind die Hedge Funds sehr zögerlich, doch das Umfeld ist im GBP schon Bullish. Der Trend ist intakt, nur der Stochastik Indikator zeigt eine leicht Überhitzung an. Doch da nächste Woche keine wirklich entscheidenen Wirtschaftsdaten aus Großbritannien veröffentlicht werden, sollte die positive Tendenz fortgesetzt werden.

Saisonalität - sie zeigt langfristig nach oben und kurzfristig seitwärts, das ist für das GBP ein Unterstützung, doch erst wenn die Hedge Funds netto long und die Kurse oberhalb der 52-Wochen-Moving Average sind, dann ist die Situation für das GBP Bullish.

Dollarindex

Positionen der Commercials: netto short - 16.270 Kontrakte - Veränderung von -516 Kontrakte
Positionen der Hedge Funds: netto long + 14.460 Kontrakte - Veränderung von +201 Kontrakte

Der Dollarindex ist fast unverändert durch die letzte Woche gekommen - keine neuen Aussagen der Marktteilnehmer. Die Zahlen aus den USA sind durchwachsen - die Unterehmenszahlen waren positiv, doch das wirtschaftliche Umfeld in den USA ist alles andere als rosig. Auch die Bankenpleite geht in den USA "munter" weiter. Es wurden zum Wochenende wieder sieben Banken geschlossen. Damit erhöht sich die Zahl der Bankenbankrotte allein dieses Jahr auf 140 Institute. Das ist aboluter Rekord: Noch nie gingen in den USA innerhalb so kurzer Zeit so viele Banken pleite.

Rein von den Zahlen aus dem COT Report heraus, gab es kaum Veränderungen. Da die Saisonalität immer noch nach unten zeigt, wird auch der USD weiter unter Druck stehen. Interessant ist aber, dass die Positionen der Commercials in den letzten 26 Wochen kaum bullisher waren, dies liegt aber nicht an den zu hohen Aktivitäten, sondern mehr an dem äußerst geringen Level, wo wenig schon sehr viel ist.

Wirtschaftsdaten

Auf dieser Übersicht ist alles wichtig und jede dieser neuen Fakten, kann einen großen Sprung oder Einbruch an den Forexmärkten auslösen. Vorsicht ist also angeraten.

Viel Erfolg!

Mike C. Kock

für FXCM Research

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Mike C. Kock ist als Experte bei brainGuide aufgenommen