Forex - Wochenausblick und COT Report
Sonntag, 06. Juni 2010 14:51:00
Da hat es BUM gemacht! Nun haben wir den Euro unter der so wichtigen Marke von 1,20!
Das war eigentlich auch schon das wichtigste Ereignis aus der letzten Woche. Doch die Auswirkungen werden wir noch lange spüren. Was waren die Gründe für den Euro Einbruch? Auf der einen Seite will man den Ungarn jetzt den Schwarzen Peter zu schieben, die Verschuldung ist mehr als doppelt so hoch, wie erwartet, doch auf der anderen Seite haben wir noch zwei interessante Nachrichten im Raum stehen.
Die Aussage vom Iran und die Umschichtung der 45 Mrd. Euro in USD und Gold sind ja bekannt.
Doch dazu kommt jetzt noch die Meldung, das die Bundesregierung Druck auf Russland ausübt, um die Sanktionen auf den Iran zu erhöhen. Auf der anderen Seite verlangt Russland dafür einen Visa freien Zugang für seine Bürger in die EU. All diese Dinge zusammen, kamen sehr zeitnah heraus. Die Schuld bei den Ungarn zu suchen, ist wohl falsch und wohl auch zu kurzsichtig. Hier wird mehr im Hintergrund aktiv gegen den EUR gearbeitet.
Stellt sich die Frage, zur welcher Börsenzeit ist der Einbruch erfolgt? Im folgenden Chart sind die Zeitzonen von Tokio, Sydney, London und New York im Chart eingezeichnet.
EUR/USD
Der blaue Pfeil zeigt es gut an - New York war noch zu, als der Euro nach unten wegbrach, doch kurz bevor hier London seine Börse zu machte, kam noch einmal eine Verkaufswelle und dann von New York aus die Letzte. Hier wurde offenbar ganz gezielt der Euro unter die 1,20 gedrückt!
Ein ähnliches Bild auch im EUR/CHF!
Doch hier wurde nur in der Londoner Zeit der Euro massiv verkauft - New York war Ruhe! Dabei waren die Zahlen vom US - Arbeitsmarkt alles andere als gut oder positiv. Normalerweise hilft dies den Euro wieder nach oben, doch diesmal war es halt anders - der Euro fiel.
Damit haben wir ein neues Kursziel - die 1,1859 vom 18.11.2005! Im folgenden Wochenchart können Sie es sehen.
Doch viel wichtiger ist, wie sehen die Commercials den Euro? Bis jetzt haben sie diesen massiv unterstützt aber auch in der letzten Woche?
Da sehen wir die Überraschung - die Commercials haben massiv ihre Longposition minimiert! Die "bösen" Hedge Fonds waren sogar die Guten in diesem Spiel. Für alle Neugierigen Leser - die nächsten Kursziele sind die 1,15 und danach die 1,10! Das Vertrauen in den Euro ist weg und es macht den Eindruck, als ob dies auch von der EU gewollt ist. Überall können nun Sparpakete aufgelegt werden und wichtige Grundlagen für große Veränderungen geschaffen werden.Der Bürger macht - mit ob aus Angst oder Unwissenheit sei dahin gestellt.
Da gibt es einen schönen Spruch der dazu gut paßt: "Mach Dumme nicht klug, Du bekommst sie nie wieder dumm!"
Mein Fazit: Euro bleibt Bearish!
CHF/USD
Auch der Schweizer Franken verliert gegenüber dem USD weiter an Wert, doch die Ausgangslage der Schweizer ist eine andere, als in der EU. Ein starker Franken ist nicht positiv für die Schweizer Wirtschaft, auch wenn diese sich aktuell sehr stabil und gesund erweist!
Der Franken ist dabei einen Boden zu finden - passend zum saisonalen Tief. Auch die Aktionen der Commercials waren stimmig dazu. Sie kauften weitere Longpositionen dazu.
An eine Trendwende ist noch nicht zu denken, doch an eine Bodenbildung im CHF/USD.
Mein Fazit. leicht Bearish - seitwärts
GBP/USD
Seit drei Wochen bleibt das GBP stabil zum USD. Die Volatilität ist gering und die Saisonalität zeigt nun nach oben. Ob dies auch so kommt, hängt von den Lösungansätzen der Briten ab. Die Staatsverschuldung ist extrem hoch und eine Lösung noch nicht in Sicht. Das GBP hat gegenüber dem USD im letzten Jahr 10,04% an Wert verloren, doch gegenüber dem JPY sogar 14,93%! Die Zahlen sind schon beeindruckend.
Mein Fazit: seitwärts - aber ein Ausbruch bahnt sich hier an!
Dollar Index
Das der Dollarindex weiter nach oben steigt, ist kein Wunder da der EUR zu 60 Prozent im Währungskorb mit enthalten ist. Mittlerweile kommt er aber in einer heikle Zone, drei Gründe zeigen diese an:
- Ein starker Widerstand ist nun erreicht.
- Die Saisonalität geht nun seitwärts.
- Die Commercials aber auch die Fonds minimieren immer weiter ihre Positionen.
Mein Fazit: Gewinne mitnehmen und abwarten!
Wirtschaftsdaten KW 24
Drei wichtige Termine stehen an - drei Zinsentscheidungen von Neuseeland, Großbritannien und der EU. Nur in Neuseeland erwarten die Marktteilnehmer eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte von 2,5% auf 2,75%. Der Wirtschaft in Neuseeland geht es gut und die Arbeitslosenrate sink auf nur 6 Prozent, Tendenz weiter fallend.
Freuen wir uns also auf die neue Woche - es wird spannend!
Mike C. Kock
für FXCM Research
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