Forex - was Analysen taugen?
Mittwoch, 30. Juni 2010 11:06:00
Heute früh erhielt ich folgende E-Mail:
"Betreff: Warum ?
Ihre Nachricht:
Warum liegt der Forex so oft daneben ?
Forex - Euro Bullish - CHF bearish!
Dow Bullish ????? minus 2,65%
Stecken da vielleicht Banken-Interresen dahinter wenn ja, soll Sie Gott strafen?
Lachen Sie jetzt ruhig ."
Erst einmal zur Beruhigung - es stecken keine Banken-Interessen dahinter, doch nun kommt der wichtigste Punkt und den sollten Sie sich Ausschneiden und an die Wand hängen:
Keine Analyse ist das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurde! Was zählt, ist nur das reine Tradingergebnis!
Warum Analysen nutzlos sind? Die meisten Analysen sind eine Auswertung der vergangenen Ereignisse. In einer Software ist dies die Kursspanne vom Vortag - die ab 8 Uhr startet und 22 Uhr endet. Daraus wird dann nach besten Wissen eine Empfehlung für den kommenden Tag angefertigt. Doch dies ist nur eine statische Betrachtung, denn nun kommen neue Fakten und Informationen in den Kurs mit hinzu.
Das Ergebnis ist manchmal erschreckend - denn die Analyse lag komplett daneben! Kein Analyst hat die Glaskugel und kann vorhersehen, welche neuen Informationen für den neuen Tag hinzukommen. Deswegen ist es wichtig, alle Analysen zu filtern - Sie können dies mit der Korrelationsmatrix tun und mit einer speziellen Einstiegstechnik.
Zurück zur E-Mail - der Euro war Bullish, doch er hat das Entry nicht ausgelöst - kein Trade, keine Verlust. Wenn aber gestern keine neuen Informationen in den Markt gekommen wären, dann hätten wir den Tag mit einem Gewinn beenden können. Haben wir aber nicht. Was zählt ist nicht die Analyse - was zählt ist der Trade, denn dieser reagiert auf die aktuellen Ereignisse am Markt. Die Analyse kann dies nie tun, denn sie ist dann schon Geschichte!
Wage ich trotz allem einem Blick in die Kristallkugel.
Tagesfavorit
Die Auswahl ist heute eher mager und dies ist auch kein Wunder nach dem gestrigen Tag! Wenn es einen Favoriten gibt dann ist es der CHF und dieser ist immer noch Bearish! Sehen wir uns zuerst den Tageschart an.
CHF/USD - Futures
Ein sauberer Trend nach oben und mittlerweile seit 6 Tagen nur positive Schlusskurse. Doch dies führt automatisch zu einer Überhitzung im Markt. Die Kurskorrektur ist lange überfällig. Am 18. Juni hatten wir 5 Tage einen Anstieg in Folge, danach ging es für einen Tag nach unten. Doch damals war der CHF nicht überhitzt - jetzt aber schon, denn der ADX steht bei über 80!
USD/CHF - Forex
Sehen wir uns das Ganze in einem 4-Stunden-Chart an. Traumhafter Abwärtstrend - besser geht es kaum. Jetzt stehen die 1,08 als Kursmarke im Raum. Brechen wir da durch, dann sind Kurse um die 1,06 denkbar. Interessant für uns - der Markt ist intakt und der MACD steht klar im Short-Modus. Ein Trendwechsel kann ich hier nicht erkennen. Doch der Tageschart zeigt mir dies klar an. Demzufolge baue ich keine neuen Shortpositionen in diesem Markt auf, ich warte auf die fällige Korrektur und erst danach steige ich wieder ein.
Etwas anders sieht es im Euro aus. Hier war bis gestern ein Aufwärtstrend zu sehen, doch mit dem Schlußkurs war dies vorbei.
EUR/USD - Futures
Wer sehr optimistisch ist, kann einen Aufwärtstrend erkennen, zu mal auch die Saisonalität in diese Richtung zeigt. Doch mein COT Report Indikator selber ist auf neutral zurück gesprungen. Damit ist auch der bullishe Wochenausblick für den Euro ad acta zu legen.
EUR/USD - Forex
In einem kleineres Zeitfenster sieht die Welt sehr oft ganz anders aus und hier ist diese bei weitem positiver für den Euro. Doch da die Augen lügen können und nur die Fakten zählen, kommen wir zu den Fakten:
- MACD - ist short
- der Euro hat ein neues Tief gebildet
- der Volatilitäts-Channel ist ebenfalls short
Dies läßt nur eine Möglichkeit zu - hohe Kurse sind Einstiegslevel für eine Shortposition!
Dann mal viel Erfolg und vergessen Sie nicht - das ist nur eine Analyse!
Mike C. Kock
für FXCM Research
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