Griechenland und Portugal werden abgestuft - der DAX und der Euro verprügelt
Dienstag, 27. April 2010 23:52:00
Die Ratingagentur Standard & Poor hat die griechischen Staatsanleihen mit einen Ramsch Statuts Siegel versehen. Die Begründung lag im Verhältnis des Schuldenstandes zum Bruttoinlandsprodukt. Dies steigt von 124 Prozent im Jahr 2010 auf 131 Prozent im Jahr 2011. Dies allein ist schon nicht so gut für den Euro, doch dazu kam dann auch noch die Herabstufung von Portugal auf "A". Zum Vergleich - Griechenland hat "BB+".
Dies zeigt, die Euroschwäche liegt nicht allein an den Griechen, es ist vielmehr ein grundlegender Systemfehler. Wenn dies beim meinem PC passiert, bedeutet dies für mich, alles runterfahren und neu starten.
Das will natürlich keiner der Politiker in der EU. Doch was passiert, wenn Spanien auch noch mit zu diesen zwei Ländern hinzukommt?
Aktuell geistert immer mehr die Frage durch die Börse: "Ist der Euro noch zu retten?"
Den Aussagen der Politiker ist nicht zu trauen, sie müssen mehr in 4-Jahren-Abschnitten denken und dafür Sorgen, das ihr Job erhalten bleibt. Langfristig zu planen, ist nicht die Stärke von Politikern.
Doch was bedeutet dies nun für die Märkte? Fangen wir mit dem Euro an.
EUR/USD
1,3143 - das war der Tiefpunkt am Dienstag! Muss ich noch mehr dazu sagen. Am Montag habe ich über die neuen Kursziele gesprochen - diese sind nun die 1,30er Marke und auch die 1,28er Marke. Der Abwärtstrend ist sehr heftig und eine Übertreibung kann ich nicht erkennen. Wer an Wunder glaubt, der kann durchaus erwarten, dass sich die Probleme der Griechen schnell in Luft auflösen. Ich bin da leider nicht so optimistisch - nächster Halt - die 1,30!
Stellt sich die Frage - was ist die Rettung, da drängt sich wieder das Gold auf, gerade für den Euro! Doch hier der Chart im USD.
Gold
Gold beendet den Dienstag bei 1.168 USD! Der Trend ist ganz klar nach oben gerichtet. Ein kleiner Widerstand liegt bei 1.172 USD, doch dieser sollte leicht zu durchbrechen sein. Es kling nicht zu optimistisch, doch die Marke von 1.200 USD sind in den nächsten zwei Wochen durchaus realisierbar. Solange die "gute" Unterstützung vom Euro kommt und auch die Aktienmärkte es nicht schaffen zu überzeugen, kann das Gold nicht stolpern.
DAX30
Der Höchstkurs war bei 6.333 - danach ging es nur noch nach unten bis auf die 6.122. Das macht 211 Punkte aus und ist eine ganze Menge Holz! Zwar noch kein Crash - aber das lag wohl mehr an der späten Handelszeit. Der S&P500 hat bei 1.184 geschlossen und damit ist die negative Vorgabe für den DAX ganz klar auf dem Tisch. Da geht es wohl heute noch weiter nach unten.
Da wieder die Finanzwerte im Focus standen, werden weder der DAX noch der S&P eine ruhige Woche vor sich haben. Eine Anhörung vor einem Senatsausschuss, der eigentlich die Ursachen der Finanzkrise klären soll, stand ganz im Zeichen der Börsenaufsichtsklage gegen Goldman Sachs.
Die SEC wirft dem Institut vor, Großinvestoren wie die deutsche Mittelstandsbank IKB bei der Vermarktung verbriefter Hypothekenkredite getäuscht zu haben. Hier wurde eine Lawine ausgelöst, wo das Ergbnis und das Ende noch nicht abzusehen sind. Ob Absicht oder nicht - der Zeitpunkt ist mehr als unpassend für ein steigendes Vertrauen in die Märkte.
Crude Oil
Exakt mit den Aktienmärkte und dem Euro sackte auch das Crude Oil nach unten ab. Aktueller Kurs sind nun die 81.70 USD. Aktuell sehe ich hier keine Bodenbildung, sondern ein gemeinsames Absinken auf neue Tiefen. Gemeinsam? DAX, Euro, S&P500!
Dazu sollte man wissen, das Oil wird gerne als Währungsabsicherung verwendet, deswegen ist eine hohe Korrelation zu den genannten Märkten normal. Eine Longposition ist hier zu früh - warten wir erst einmal eine Bodenbildung ab. Ich bin gespannt, wo diese stattfindet.
Zum Schluss noch einen sehr interessanten Chart - USD/CHF
USD/CHF
Der USD hat ein neues Hoch gebildet und damit nun die Fortsetzung seines Aufwärtstrendes eingeleitet. Hier bieten sich bald gute Einstiegsmöglichkeiten an, doch warten Sie rst auf den berühmten Rücksetzer. Dies spart Nerven und auch Geld!
Das war es von mir aus Costa Rica. Viel Erfolg!
Mike C. Kock
für FXCM Research
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