KW 45 - Wochenausblick - Was machen Gold und Silber?
Sonntag, 06. November 2011 14:57:00
Die letzten Wochen waren wohl alles andere als nur überraschend! Griechenland besinnt sich auf Demokratie und bringt damit den Euro in arge Not. Wer will schon eine Volksabstimmung in der EU? Offensichtlich keine gewählten Politiker. Kein Wunder, es steht auch zu viel auf dem Spiel für die Bankenvertreter - ups, ich meinte für die Volksvertreter. In der schweizer Tageszeitung - 20.Min - wurde diese Woche dazu eine passende Übersicht gezeigt, welche Banken NICHT kollapieren dürfen. Sie würden damit einen weltweiten Kollaps auslösen. Für uns hier die Übersicht - Gelb = Deutschland und Grün = Frankreich:
Deutschland ist nur mit zwei Banken vertreten und Frankreich hat gleich fünf Eisen im Feuer. Kein Wunder also, wenn beide Nationen etwas sensibel auf Demokratiebewegungen eines anderen Volkes reagieren. Hier geht es um mehr, denn gehen diese Banken pleite, dann haben wir einen Neuanfang, um es mal positiv auszudrücken. Dass die deutsche Commerzbank mit dem Rücken an der Wand und mit dem Gesicht vor dem Abgrund steht, ist sehr vielen bekannt und ein Kursverlust von über 90 Prozent seit 2007 sagt alles. Wie es bei den anderen Banken aussieht, das können wir nur vermuten und das Papier geduldig ist, sehen wir ja bei dem plötzlichen Fund von 55,5 Mrd. Euro bei der Bad Bank Hypo Real Estate.
Dann hatten wir noch in der letzten Woche eine Zinssenkung der EZB - keiner hatte damit gerechnet, doch offenbar war dies die Reaktion auf Griechenlands Demokratieanwandlung. Es musste unbedingt billiges Geld ins Bankensystem gepumpt werden. Jetzt zählt jede Liquidität. Kurz - die Aussichten sind nicht so rosig und waren es auch nicht unbedingt vorher. Von der notwendigen Sicherheit und dem dazugehörigen Vertrauen sind wir weit entfernt. Selbst die kurzen Nachrichten vom G20 Treffen sind nicht besonders ermutigend. Diese Unsicherheit oder auch dieses Chaos spiegelt sich an den Märkten wieder. Sehen wir uns mal die Gewinner und Verlieren für dieses Jahr an:
Die Aktienmärkte sind klar die Verlierer 2011, dazu kommen aber auch extrem viele Rohstoffe wie Zucker, Natural Gas oder Sojabohnen hinzu. Es geht eigentlich schneller, die eigentlichen Gewinner auf zu zählen. Das sind die Zinsmärkte, das Heizöl und Gold und Silber!
Dass das Silber wieder gut im Gewinn liegt, wer hätte dies nach dem Silbercrash gedacht und doch ist es so. Bei den Währungen ist der Euro trotz oder gerade der weltweiten Unruhe immer noch recht stark. Wir dürfen nicht vergessen, die westliche Welt basiert auf das gleiche Systen und damit hat der Investor die Auswahl zwischen Elend und Armut - USD, JPY oder EUR. Alle Rohstoffwährungen lasse ich mal weg. So wird krampfhaft nach Alternativen gesucht - aber nicht gefunden. An den Märkten zeigt sich dies durch eine extreme Volatilität.
Um so wichtiger wird es - sich nicht nur auf die Technische Analyse zu stützen, sondern auch auf die fundamentalen Daten. Nur wenn der fundamentale Ausblick mit der Saisonalität übereinstimmt, erst dann kann die Technische Analyse das Entry suchen. Für mich ist immer das Wochenende die Zeit, wo ich meinen Wochenausblick für die kommende Woche anfertige. Sehen wir uns diesen Ausblick für die kommende Woche an.
Wochenausblick - KW 45 / 2011
Diese Tabelle basiert auf fundamentale Faktoren und zusammen mit dem technischen Zustand der Märkte erreiche ich eine für mich gute Vorhersage. In den nächsten fünf Tagen sehe ich mir überwiegend auf der Kaufseite folgende Märkte an:
Bean Oil, CAD, EUR, Silber, Soybeans, Soybean meal und Weizen. Bearish dagegen sind eigentlich nur die Fleischmärkte mit den Lean Hoogs und des Live Cattles. In all diesen Märkten werden jetzt zu der erwarteten Ausrichtung das passende Entry gesucht. Das klappt nicht immer, doch wie dies funktionieren kann, möchte ich an vier Beispielen zeigen. Fangen wir bei zwei Getreideprodukten an - dem Weizen und dem Sojamehl. Beide sind auch in der kommenden Woche Bullish.
Die blaue Linie zeigt den Kursverlauf, die grünen Balken das fundamentale Umfeld und die roten Punkte die Veränderungen. Wir haben hier immer einen Vorlauf von 5 Tagen und die roten Punkte geben uns sehr oft und rechtzeitig die neue Marktrichtung an. In beiden Märkten haben wir eine bullishe Basis, seit Wochen stehen diese Märkte bei den Commercials auf den Kaudzettel. In beiden Märkten scheint auch der Boden gefunden zu sein und es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass die Kurse nach oben gehen. Dabei ist die Situation im Weizen stärker einzuschätzen als bei Soy Meal.
Sehen wir uns jetzt Gold und Silber an - Fundamental ist nur Silber wirklich für uns interessant.
Auch hier hat der Wochenausblick gute Arbeit geleistet, die Wendepunkte in beiden Märkten wurden gut und rechtzeitig erkannt. Damit haben wir auch hier eine abgeschlossene Bodenbildung. Ich rechne mit keinen weiteren negativen Überraschungen beim Gold und Silber. Sollte aber jetzt die Bundesbank dazu gebracht werden, ihre Goldreserven zu verkaufen, dann haben wir natürlich sofort ein anderes Marktumfeld. Aktuell sind aber die Notenbank Käufer im Goldmarkt und nicht Verkäufer. Das sollte etwas beruhigen. Sehen wir uns die beiden Märkte genauer an.
Silber
Die grünen Punkte und das grüne G sind günstige Einstigespunkte beim Silber - die roten Bars überhitzte Marktsituationen. Was wir damit erkennen? Das Silber hat vor 5 Wochen sein letztes Kaufsignal erhalten und nach einer Überhitzung sieht es nicht aus. Rein von der Saisonalität sollte es jetzt bis Mitte Febraur 2012 nach oben gehen. Auch im nächsten Chart - wo ich nur die Saisonalität betrachte - erkennen wir die bullishe Phase.
Blaue Linie = aktueller Kursverlauf, Rote Linie = bearishe Saisonalität, Grüne Linie = bullishe Saisonalität, Schwarze Linie = durchschnittlicher Verlauf der Saisonalität
Noch geht es etwas seitwärts im Silbermarkt, doch wenn es nicht nach unten geht und damit das Jahr wieder negativ wird, dann haben wir bald eine starke saisonale Phase im Silber vor uns. Rutscht Silber ins Minus, dann erwarte ich maximal eine Seitwärtsbewegung, doch dagegen sprechen klar die Positionen der Commercials im Silber. Silber ist für die Insider ein klarer Kauf - also auch für uns!
Gold
Auch das Gold ist auf dem Weg nach oben, doch es wird schwer, Kurse oberhalb der Marke von 1828 USD zu erreichen. Die Marke von 2000 USD steht auch für das kommende Jahr auf der Zielliste und nicht früher. Gold hat bis Mitte Januar eine starke Phase.
Gold ist klar in einem Bullenmarkt und wird es auch bleiben. Wie im Silber haben wir auch hier eine klare Jahresendrally vor uns.
Was ist aber nun der Favorit für mich? Um diese Frage zu beantworten, sehen wir uns den folgenden Chart an. Er zeigt das Ratio zwischen Gold und Silber mit dem saisonalen Verlauf für die kommenden Tage.
Ratio Gold und Silber
Die rote Linie zeigt uns den saisonalen Verlauf an. Geht es nach unten, dann ist Silber stärker als das Gold und so eine Phase haben wir bald vor uns. Das Zeitfenster liegt Mitte Dezember 2011 bis Mitte Januar 2012. Spätestens am März 2012 ist dann Gold wieder das bessere Zugpferd bei diesen beiden Metallen.
Das war es für heute mit dem kleinen Wochenausblick. Ich wünsche Ihnen alle eine erfolgreiche Woche!
Mike C. Kock
www.Mike-Kock.de
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