Orangenbäume vertrocknen! Iran sagt höhere Ölpreise voraus! Kaffee wird knapp und die Bauindustrie freut sich über Mais! - Rohstoffanalyse - COT Report - KW 20/2009

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Montag, 18. Mai 2009 08:19:00

Warum benötigt China grössere Getreidespeicher? Wie reagierten die Kaffeehändler auf den Erntebericht aus Brasilien? Größte Trockenperiode seit drei Jahren in Florida – wie reagiert der Orangensaft darauf? Viele Fragen und die richtigen Antworten dazu liefert uns wieder der COT Report vom letzten Freitag. Doch eines viel sofort ins Auge – auf der Kaufliste der Commercials standen keine Rohstoffe! Wohin floss das ganze Geld? Sehen wir uns die Liste genauer an:

Hauptsächlich in die US Zinsmärkte, sowohl im lang- als auch im kurzfristigen Bereich. Dazu kommen dann auch noch die zwei wichtigsten US Aktienmärkte der NASDAQ und der S&P500. Hier setzt sich der Kauftrend der letzten Wochen fort. Von den Rohstoffmärkten finden wir nur Natur Reis, Live Cattle und Cocoa auf der Liste wieder. Wir wenden uns heute mehr der Verkaufsliste zu.

Beachtet unbedingt die Positionen der Privaten, welche Rot hinterlegt wurden von mir. Orangen, Weizen und das Rohöl ragen hervor. In allen drei Märkten haben die Privaten extreme Kaufpositionen aufgebaut. Wie lange reicht das Kapital dafür noch aus? Nun der Blick auf die Liste!

Orangensaft

Ja – seit drei Jahren ist eine Trockenperiode in Florida und die Regenzeit beginnt erst in Juni. Die Kurse fanden also einen Boden. Doch die Händler nahmen am Freitag im Juni Kontrakt Gewinne mit – so ist kurzfristig ein Verkaufssignal entstanden. Doch durch die Trockenheit fangen die ersten Orangenbäume an zu verwelken. Für ein weiteren Kursanstieg spricht auch eine Bakterienkrankheit, die die Bäume in ungefähr zwei bis drei Jahren tötet. Aktuell gibt es gibt kein Heilmittel dafür - nur Eindämmung.

Fazit: aktueller Abwärtstrend – doch das Potential nach oben ist größer als neue Tiefs zu bilden. Kurzfristig geht es noch einmal nach unten, Technisch und vom Sentiment her gesehen (da eine große Unsicherheit am Markt vorherrscht). Das sind dann klare Kaufkurse – doch nicht in ein fallendes Messer greifen!

Verzögerung durch Nässe und Kälte bei der Weizen Aussaat!

Weizen

Auf der einen Seite wieder Gewinnmitnahmen am letzten Freitag, doch die Sorge um die rechtzeitige Aussaat des Frühlingsweizen bleibt bestehen. Kälte und Nässe herrschen in den traditionellen Anbaugebieten zur Zeit vor. Weltweit ist aber der Bedarf nach Weizen noch nicht angestiegen, was weiter für schwache Preise spricht. So verharrt auch der Chart in seiner engen Kursspanne! Zwar sind jetzt die Fonds auf die Netto-Long-Seite gewechselt, doch die Commercials minimieren immer mehr ihre Longposition.

Fazit: Bestehendes Shortsignal – leicht im Minus. Aktuell spricht außer der steigenden Saisonalität nichts für steigende Kurse.

China baut seine Cornspeicher aus!

Corn – Mais

35 Millionen Tonnen Mais will die Regierung in China kaufen und speichern. Das sind gute 88 Prozent der letzten Ernte. Hier wird für schlechte Zeiten vorgesorgt. Die Bauindustrie wird sich freuen. Fundamental hat sich aber am Maismarkt nichts geändert. Die großen Bären sind die Commercials, welche 50.284 Kontrakte verkauften. Damit haben sie nun eine Shortposition in Höhe von 65.011 Kontrakten. Doch die größten Bären sind die Privaten, diese haben 85.869 Shortkontrakte auf ihrer Liste. Wie geht es nun hier weiter? Können die Fonds denn Kurs weiter nach oben treiben? Werden die 417 durchbrochen?

Nein - nicht wirklich! Nach unten ist der Mais zwar bei 370 abgesichert, doch nach oben ist nur bis 447 Cent Luft. Nachdenklich stimmt auch die Saisonalität, welche ab Juni auch wieder gegen Süden zeigt.

Fazit: Bestehende Shortposition – mit mehr Luft nach unten!

Iran prophezeit drastische Ölpreissteigerung!

Crude Öl

Begründet wird dies mit einer steigenden Nachfrage aus Indien und China! Zwar sind die Lagerbestände seit 19 Jahren noch nie so hoch gewesen, doch die chinesischen Ölimporte sind um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen. Dies ist der erste Fingerzeig, das China die Talsohle der Wirtschaftskrise bereits durchschritten haben könnte und dass zumindest mittelfristig ein Aufschwung bevorstehen könnte. An einem starken Anstieg glauben auch die Privaten, welche in den letzten drei Jahren noch nie solch eine große Kaufposition inne hatten. Wie lange können sie noch diese Positionen durchhalten? Der Kurs muss steigen, sonst verlieren viele ein Vermögen.

Doch das Umfeld ist in der Tat bullisher geworden und die Zahlen aus China und Indien unterstützen dies noch. Nur für höhere Kurse müssen die 64,78 durchbrochen werden. Danach wäre ein Potential für weitere 10 US$ pro Barrel bei Crude Oil zu sehen. Nach unten findet der Kurs Unterstützung in der Preiszone um die 50 US$.

Fazit: aktuelle Shortposition – doch mit mehr Luft und Potential nach oben. Leider ist der Stoppkurs noch zu weit weg!

Silber

Nach dem starken Anstieg aus der vorletzten Woche, ist nun Ruhe eingezogen. Nach oben halten die 1463 den Deckel drauf und der Boden liegt bei 1172. Die Saisonalität zeigt noch bis Juli klar nach unten.

Fazit: Der Silbermarkt braucht eine neue Idee für diese Woche. Sollten die 1463 durchbrochen werden, dann sind die 1549 im Visier!

Die Kaffeeernte in Brasilien soll um 20 Prozent höher ausfallen – sagen die Händler und Analysten!

Kaffee NY

Gründe dafür wurden auch genannt, gute Pflege und ausreichend Regen! Dagegen sprechen aber drei andere wichtige Anbauländer – Vietnam, Kolumbien und Indien von einer schlechteren Ernte bei Kaffee! 5,6 Millionen Kaffeesäcke (a 60 kg) werden dort dieses Jahr weniger erwartet. Die Gründe hier waren zu viel Regen in der Monsoon Zeit. Was macht nun der Kaffeechart?

Er kämpft sich nach oben! Noch stehen die 127.75 im Wege (und eine aktuelle Shortposition), doch wenn diese durchbrochen sind, dann ist der Weg frei bis 141 – 149! Leider zeigt die Saisonalität nun nach unten.

Fazit: Der Kaffee will nach oben und die Fonds / großen Spekulanten sind die Kurstreiber. Aktuell wie schon gesagt ist immer noch eine Shortposition im Markt.

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Mike C. Kock

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Mike C. Kock ist als Experte bei brainGuide aufgenommen