Rohstoffanalyse - COT Daten - T-Bond - Rohöl - CL, Natural Gas, Lean Hogs, Bauholz - LB, Orangensaft - KW 52 - Dezember 2009

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Montag, 22. Dezember 2008 11:08:00

„Große Ereignisse werfen ihre Schatten unter die Augen!“ nach diesem Motto werden die Analysen der COT Daten von Woche zu Woche länger und interessanter. Doch dies liegt nicht an den Analysten, sondern an den Marktteilnehmer, welche gerade in diesen Wochen und Monate extreme Positionen aufbauen und damit auf große Ungleichgewichte in diesen Märkten hinweisen. Allein die Zahlen der letzten Woche sind so interessant, dass ich die Analyse auf mehrere Tage verteilen werde.
Bevor wir mit den Rohstoffmärkten anfangen, einen kleinen aber wichtigen Blick auf die US Zinspapiere – auf die T-Bonds – 30 - jährigen US Papieren.

23 Prozent Kursgewinn innerhalb von nur sechs Wochen in Zinsen, sind sensationell und fordern zu einen Nachdenken der aktuellen Position auf. 25 „Big Points“ sind kein normaler Gewinn bei den 30-jährigen US Papieren und der ADX zeigt die mit Werten weit über 60 an. Der Markt ist technisch stark überhitzt und sollte in kürze mit einer Korrektur beginnen. Doch wir haben die Commercials ihre Positionen? In der letzten Woche kauften sie 30.639 neue Longkontrakte und verstärkten ihre Nettopositionen auf 163.627 Kontrakte. Klingt gewaltig ist es aber nicht, weder im 3- noch im 5 – jährigen Vergleichsraum ist diese Position im Extrembereich. Was erstaunlich ist, trotz des Aufwärtstrends sind die großen Fonds auf der Shortseite und bauen auf eine Trendwende. Diese Trendwende wird auch von der saisonalen Seite angezeigt.
Fazit: Gewinnmitnahme und den Rest der Position aus stoppen lassen.
Energiemärkte
Crude Oil – Rohöl
47.778 neue Shortkontrakte bringen die Commercials auf eine Gesamtposition - 60.767. Die Insider setzten also weiter auf fallende Kurse oder besser, sie drücken diese weiter nach unten. Die aktuelle Preisstrukturkurve bei Rohöl ist eine ausgeprägte Contango-Situation. Sprich – Die Äpfel auf dem Baum sind teurer als im Geschäft!“. Im Chart unten sehen Sie die Forwardkurve für Rohöl.

Das Rohöl wird am Kassamarkt mit einem Abschlag von ca. 30 Prozent gegenüber des Futures mit einem Jahr Restlaufzeit gehandelt. Das ist eine Menge! Diese Situation ist aktuell so extrem, wie seit der Russlandkrise 1998 nicht mehr. Dies könnte auf ein Angebotsüberhang hin deuten und die OPEC will ja die Fördermenge stark minimieren. Doch die aktuellen Lagerbestände sind weiter den Preisdruck ausgesetzt.

Doch die Positionen der Marktteilnehmer sind nicht in den Extrembereichen, sondern eher das Gegenteil. Auch wenn die Commercials in der letzten Woche Ihre Shortseite mit 47.778 Kontrakten auf 60.767 verstärkt haben, ist es doch kein klares Shortsignal. Der ADX hat einen Grenzwert überschritten, wo nun mit einer Kurskorrektur zu rechnen ist. Das Handelssystem würde ohne diesen Filter jetzt short in den Markt gehen und das Exit wäre bei 100 US Dollar. Ein Trade der kein vernünftiges Chance – Risiko – Profil aufweist.
Fazit: Kurzfristig erhöhen die Commercials den Druck auf die kurzfristigen Ölkontrakte und sie überfluten dem Markt regelrecht mit Öl, doch es sind keine außergewöhnlichen Positionen am Rohölmarkt. Wer sich hier engagieren möchte, das Spread Trading ist jetzt optimal dafür geeignet!
Natural Gas

Seit Dezember 2005 befindet sich das Gas im Abwärtstrend und seit Juli 2007 befinden sich die Commercials auf der Netto-Long-Seite! Das Ergebnis sehen Sie in der kurzen Gegenbewegung bis Juli 2008, danach ist Gas wieder nur gefallen. Mittlerweile aber auf ein Preisniveau wo die großen Fonds und die Commercials Extrempositionen erreicht haben. Hier zeigt sich eine Fehlbewertung des Marktes an. Doch bis zum Februar 2009 kommt noch keine Unterstützung von der saisonalen Seite. Was noch für eine Trendwende spricht, ist die starke Überhitzung des Abwärtstrends.
Fazit: Bauen Sie keine mittelfristigen Shortpositionen bei Natural Gas mehr auf. Die Trendwende steht vor der Tür!
Softs commodities
Kakao

Lange haben wir nicht mehr über Kakao geschrieben, doch mittlerweile hat sich ein kleiner Aufwärtstrend gebildet, welcher von den Marktteilnehmer voll unterstützt wird. Im Oktober November 2008 wurden die Tiefstkurs erreicht und die Commercials waren Netto-Long was im 3-Jahresbereich eine extreme Position darstellte. Danach gingen die Kurse wieder nach oben und mittlerweile setzten die Fonds auf diese Aufwärtsbewegung und geben ihr die nötige Kraft zum Wachsen. Die wird noch von der saisonalen Seite unterstützt. Traderherz was willst du mehr!

Fazit: ein günstiger Zeitraum, um Longpositionen hier aufzubauen, Stopplevel gibt es zwei, der gleitende Durchschnitt oder die Tiefstkurse von Oktober – November 2008.
Bauholz – Lumber

Um es kurz zu machen – Bauholz ist BULLISH! Sobald der Widerstand nach oben durchbrochen wird, kann es zur Trendwende kommen. Die Commercials und die Fonds sind mit ihren Positionen in Extrembereichen gefahren und nun stellt sich die Frage, wie lange dies die Teilnehmer noch durchhalten können. Für uns selber bedeutet dies, dass der erfolgreiche Abwärtstrend sich seinem Ende neigt und wir auf ein neues Entry danach warten müssen.
Fazit: Bauholz ist kurz vor der Trendwende, der Stoppkurs sollte unter das Tief der letzten Woche gelegt werden!
Orangensaft
Wie alles im Leben, geht alles zu ende. Auch dieser Trend geht nach 61 Wochen und mit 52% Gewinn immer mehr seinem Ende entgegen. Um so mehr ist es nun wichtig, sich darauf vorzubereiten. Denn trotz der seit drei Wochen anhaltenden Ruhe, zeigt der DAX immer noch eine große Überhitzung an, was sehr oft in einem Trendwechsel mündet. Bis Januar ist von der saisonalen Seite noch Ruhe, danach kommt Unterstützung für steigende Kurse.

Fazit: Versuchen Sie nicht die letzten Tropfen aus der Zitrone zu pressen!
Fleischmärkte – Lean Hogs
Eine große Veränderung bei den COT Daten waren auch bei den Lean Hogs zu beobachten. Doch dies ist nicht unbedingt ein Grund sofort den bestehenden Abwärtstrend zu beenden und auf steigende Kurse zu setzen. Der Markt befindet sich in einer Seitwärtsbewegung und dies hat für uns den Vorteil von zwei Kursmarken. Werden die 60.25 nach unten durchbrochen – gut für uns der Trade geht weiter. Bei Kursen über 67.00 geht es in die Trendwende.

Fazit: Beachten Sie die zwei Kursmarken!
Das war es wieder von mir – am Dienstag die Währungsmärkte und die Woche dann noch Gold und Silber!

Mike C. Kock

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Mike C. Kock ist als Experte bei brainGuide aufgenommen