Rohstoffanalyse – COT Report – Spread Trading - Mike C. Kock - KW 34
Dienstag, 18. August 2009 13:43:00
Heute einmal direkt ohne Markt Gerüchte und Markt Fakten zu den Analysen!
Die beiden Einkaufszettel der Commercials haben Sie ja schon am letzten Samstag gesehen – falls nicht – hier der Link dafür!
Anfangen heute werde ich mit den Grains. Gerade hier sind in den letzten Wochen und Monaten große Verwerfungen zu sehen, welche sich auch direkt auf das Spread Trading auswirken.
Sojabohnen
Laut der Definition eines Abwärtstrends benötigen wir tiefer liegende Hochs und Tiefs. Der erste Punkt wurde schon erreicht, nun sollte die Unterstützung bei 882 Cent durchbrochen werden. Die Fakten zeigen zumindest auf einen Versuch hin. Doch rein Fundamental sieht es halt nicht so leicht aus, wie es uns die Saisonalität vor machen möchte. Wir haben immer noch eine Backwardation bei den Sojabohnen und diese wird immer noch aus zu geringen Lagerbeständen, zu geringe Ernteaussichten und eine hohe Exportnachfrage erzeugt. Sehen wir uns die Positionen der Commercials genauer an, dann stellen wir fest, sind sind netto short. Keine großen Positionen wie im Juni als die Bohnen bei 11 US$ lagen, doch bullish sieht halt auch für die Insider in diesem Markt anders aus. Auf wem es nun ankommt, sind die Fonds! Als Trendfolger werden sie beim Durchbrechen der 882 weiter ihre Longpositionen minimieren. Orientieren sie sich dagegen nach den fundamentalen Fakten – dann setzen sie weiter auf steigende Kurse. Doch China hat kein all zu großes Interesse an zu hohen Preisen und wird somit die Importe etwas zügeln.
Fazit: Eine oder besser zwei gute Erntenachrichten reichen aus, um den Markt nach unten zu drücken – doch bis dahin ist er in der Schwebe!
Bean Oil
Die Anfangssätze von den Sojabohnen sind identisch für das Bean Oil. Der feine Unterschied liegt mehr im charttechnischen Bereich – der Kurs bleibt unter dem Moving Average!
Die Saisonalität zeigt klar nach unten und so sind die nächsten Kursziele 34 Cent und 32 Cent.
Fazit: Bearish!
Soja Mehl
Bei 312 Cent ist der Deckel drauf und bei 260 Cents der Boden – Das Mehl kann nicht steigen aber auch nicht fallen. Für fallende Kurse sprechen die Positionen der Commercials, welche sich langsam auf der Shortseite vergrößern. Sollte der Boden durchbrochen werden, dann sind Kurse um die 210 Cent realistisch.
Fazit: aktuell neutral – mittelfristig bearish
Weizen
Zwei Faktoren lassen den Weizen weiter fallen, die guten Ernteergebnisse und die geringe Exportnachfrage. Mittlerweile sind auch die Positionen der Commercials kräftig angestiegen und es fehlt nicht mehr viel, um diese als extreme Positionen zu bezeichnen.
Wie weit kann es also nach unten gehen – das erste Kursziel sind die 470 Cents und trotz der steigenden Saisonalität, werden diese wohl bald erreicht sein. Doch wie weit kann es dann noch gehen? Der folgende Chart gibt eine mögliche Richtung für uns vor:
Ohne Probleme kann es bis unter die 400er Marke gehen, wir wären dann immer noch in normalem Bereich! Die Trendfolger bestimmen aktuell die Richtung!
Fazit: Bearish!
Mais – Corn
Nein - hier ist nicht das selbe Bild zu sehen, denn Corn fällt mit der Saisonalität nach unten. Da wir aktuell noch mit mehr als 50 Cent über den Durchschnittspreis weg sind, sind also die Kursziele bei 279 Cent realistisch.
Was aber hier verblüfft und eine erste Warnung für eine Beendigung des Trends ist, sind die Positionen der Marktteilnehmer. Nur die Privaten sind short – Fonds und Commercials sind gemeinsam auf der Kaufseite! Da wir weniger Geld haben – als diese beiden Gruppen ist das -
Fazit: trotz Abwärtstrend – kein neuen Shortpositionen in Mais!
Dieses normale „Chaos“ wirkt sich natürlich auch in das Spread Trading aus. Saisonale Spreads mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit laufen aktuell einfach nur ins Minus. Der folgende Chart soll dies genauer zeigen. Es ist Weizen Dez – gegen Corn Dez – aktuell sollte er nur einfach steigen.
Spread Trading ohne das exakte Timing ist genauso eine Geldvernichtung wie eine Position ohne Risiko Management!
Softs – Kaffee
Da die Commercials ihre Shortposition weiter ausbauen, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass der New Yorker Kaffee weiter fällt – in Richtung der Saisonalität! Aktuell dient der Moving Average nach als Unterstützung, doch das nächste Kursziel liegt bei 126 Cent und damit darunter!
Fazit: Bearish
Orangensaft
Die Saisonalität bestimmt den Kursverlauf im O-Saft. Nun wird es wieder leicht nach unten gehen, wobei die 86,65 Cent durchaus als Ziel gelten können.
Fazit: Kurzfristig bearish – mittelfristig aber bullish. Aktuell aber kein guter Zeitpunkt für Longpositionen!
Zucker – SB 11
Der Kontrakt erreichte Rekordhöhen und die dünne Luft zwingt ihn jetzt, nach unten sich zu korrigieren. Trotz der Backwardation im Zucker sind Preise bis 18 Cent möglich. Die Gründe dafür sind folgende:
- fallende Saisonalität
- überhitzter Kurs im Frontmonat Oktober
- starke Shortpositionen der Commercials
Fazit: kurzfristig – Bearish!
Diese Gegenreaktion eröffnet dann auf der anderen Seite im Spread Trading wieder neue Chancen. Ich möchte zwei ganz kurz aufzeigen – wobei die Einstiege schon in der letzten Woche lagen.
Spread Trading Zucker März gegen Zucker Oktober
Der aktuelle Frontmonat Oktober muss schneller fallen als der Märzkontrakt – was er auch tut!
Spread Trading Zucker Juli gegen Zucker Oktober
Die Idee hier ist die Auflösung der Backwardation und damit der Übergang zu einer normalen Contango Situation. Positiv ist – die Richtung der Saisonalität zeigt in unsere Spread Trading Idee!
Gute Spread Trading Chancen gibt es aktuell in den Fleischmärkten, doch wenn wir uns die Charts der einzelnen Märkte ansehen – ist das Wort „Langeweile“ noch sehr lieb ausgedrückt.
Fleischmärkte – Live Cattle
Eine lange Seitwärtsphase bestimmt das Chartbild – aktuell sieht es nicht nach einer Trendumkehr aus.
Fazit: Seit Januar 09 neutral! Der Markt warten eindeutig auf neue Impulse von außen!
Lean Hogs
Zu diesem Markt haben wir schon sehr viel berichtet – das Fazit war immer – es fällt weiter, doch aktuell ist eine charttechnische Gegenreaktion in Sicht! Dabei sind die 53 Cents Marke durch aus machbar!
Fazit: kurzfristig Bullish – doch langfristig immer noch klar Bearish!
Kommen wir zum Schluss zum Silber
Silber
Das saisonale Low wurde in der letzten Woche erreicht und nun zeigt die Richtung wieder nach oben, doch dafür müssen die 1463 erst einmal gebrochen werden.
Fazit: mittelfristig bullish!
Wer sich nun aber fragt, was besser ist – Gold oder Silber, für den ist dieser Spread Chart!
Aktuell ist Gold dem Silber vorzuziehen, doch nur bis Ende August, dann beginnt die Zeit von Silber. So lange werden wir aber nicht warten – wir sehen uns am Samstag wieder!
Viel Erfolg!
Mike C. Kock
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