Rohstoffwährungen - AUD und CAD
Mittwoch, 07. April 2010 11:20:00
Es gibt zwei bedeutende Rohstoffwährungen den Australischen und den Kanadischen Dollar, natürlich zählen dazu auch noch der Rubel und andere rohstoffreiche Länder mit eigenen Währungen dazu, doch die zwei zuerst genannten Währungen sind die am meist gehandelsten Rohstoffwährungen.
In Zeiten wo Papiergeld immer weniger Vertrauen genießt, wird immer nach Substanz geschaut. Gold, Silber und andere Rohstoffe bieten eine solche Substanz. Allein das Gold ist ein großer Gewinner, wenn die Inflation noch oben geht. (hohe Inflation = US CPI > 5%). In diesen Phasen seit 1973 hat das Gold einen durchschnittlichen Gewinn über alle Inflationsperioden von 31.1% erreicht. Im Vergleich dazu der S&P500 ein leichtes Minus von 0,5%. Vergessen wir nicht - Aktien zählen als Substanzanlagen.
Doch nicht immer möchte man sein gesamtes Kapital in Gold investieren. Die Rohstoffwährungen sind da eine gute Alternative. Sehen wir uns deswegen doch einmal diese beide Währungen genauer an.
Fundamentales
Kanada ist stark auf die USA ausgerichtet Gesamtwirtschaftlich macht der Rohstoffsektor in Australien gut 10 % und in Kanada rund 7 % der Bruttowertschöpfung aus. Die Exporte Australiens und Kanadas machen 23 % und 35 % des jeweiligen BIP aus. Grosse Unterschiede bestehen bei der Exportgliederung nach Ländern und nach Produkten. Für Kanada sind die USA mit fast 80 % der Gesamtausfuhren der dominierende Exportmarkt, was eine hohe Abhängigkeit Kanadas von den USA zur Folge hat. Für Australien ist hingegen der asiatisch-pazifische Raum von entscheidender Bedeutung. Dabei ist der Exportanteil Chinas in den letzten Jahren rasant gestiegen.
Eine Exportgliederung nach Produkten zeigt, dass der Anteil der Rohstoffe an den Gesamtexporten in Australien deutlich höher ist als in Kanada, das auch eine bedeutende Industriebasis besitzt (u.a. Maschinen und Transportbereich). Alle zwei Länder sind zwar wichtige Rohstoffproduzenten, unterscheiden sich aber stark in der Art der Rohstoffe.
Australien
In Australien machen die Bereiche Energie, Industrie- und Edelmetalle über 50% der Gesamtexporte aus.
Kanada
Hier hat der Energiesektor (Erdöl und Erdgas) die tragende Rolle.
Für beide Länder gilt:
Je höher die Nachfrage an Rohstoffen und je höher der aktuelle Preis, um so besser geht es diesen Ländern.
Leistungsbilanzdefizit in Australien
Weitere wichtige Einflussfaktoren für die Währungsentwicklung sind die Zinsdifferenzen und Leistungsbilanzen. Während Kanada in den letzten 15 Jahren
meist einen kleinen Leistungsbilanzüberschuss auswies, befand sich die Leistungsbilanz von Australien immer in einem Defizit.
AUD bietet oft hohe Zinsen
Neben dem Potenzial der Rohstoffe locken die normalerweise hohen Zinsen - aktuell sind es 4,25 Prozent - des AUD internationale Investoren an. Der CAD-Zinsspread schwankt in einer relativ schmalen Bandbreite, da wegen der engen Verflechtung mit der US-Wirtschaft auch die kanadische Geldpolitik stärker auf jene des Fed ausgerichtet ist.
Festverzinsliche Papiere in AUD haben oft grosse, teils sehr attraktive Zinsvorteile und bieten sich für spezielle Anlagestrategien auf dem Devisenmarkt (Carry Trades) an. Diese führten bekanntlich in den Jahren 2002/03 und 2006/07 zu starken Aufwertung dieser Währung.
Das waren kurz die Grundlagen, kommen wir nun zu den aktuellen Chartverläufen vom AUD und CAD.
EUR/AUD
Seit dem Februar 2009 kennt der Euro nur noch eine Richtung - es geht nach unten! Kein einziger Monat seit dem war positiv und nun kommen wir dem historischen Tief im August 1997 immer näher. Es ist keine Frage, der AUD ist ganz deutlich in der stärkeren Position aber auch eindeutig überhitzt, überkauft oder was auch immer.
Fakt ist - allein die Zinsdifferenz von 325 Basispunkten (EU 1,00% und AUD 4,25%) machte ein Investment in den Australisen Dollar mehr als lukrativ! Doch mittlerweile sehe ich nicht mehr so viel Luft für den AUD. Das historische Tief rückt immer näher und wird wohl auch schnell erreicht werden. Die Frage ist dann, wie reagieren die professionellen Carry-Trader? Ein Auflösen ihrer Positionen würde den Euro nach oben drücken, doch Kurse unter 1,4180 sind halt absolutes Neuland für alle.
EUR/CAD
Natürlich hat auch der Euro gegenüber den CAD an Wert verloren, doch da die sehr enge Verbindung zur US Notenbank der FED existiert, haben wir noch viel Luft nach unten. Das Kursziel hier im Chart sind ganz klar die 1,24473. Nur eine langfristige Anlage in den CAD ist nicht so attraktiv wie im AUD. Die Zinsdifferenz ist hier für uns negative. Denn der Zinsatz in Kanada liegt unter den der EU und zwar bei 0,25%.
So bietet sich hier nur sehr kurzfristige Investment an - in Richtung der 1,2447.
Eine andere Alternative ist der NZD. Dieser hat eine sehr hohe positive Korrelation zum AUD - ABER noch nicht die so weit fortgeschrittenen Zinsen - aktuell bei 2,5 Prozent. Da Neuseeland auch zu den Rohstoffwährungen zählt, ist dies langfristig eine sehr gute Möglichkeit, um an steigende Rohstoffpreise aber auch, um sich vor einer steigenden Inflation abzusichern.
Viel Erfolg!
Mike C. Kock
für FXCM Research
|


