Sorge bei den Getreidehändlern vor dem USDA Zwischenbericht – Fallender Dollar unterstützt die Commodities – Fleischhändler bauen neue Spreadpositionen in Live Cattle auf - Rohstoffanalyse - COT Report - KW23 /2009
Montag, 01. Juni 2009 12:38:00
Marktgerüchte - Marktfakten
Mais – Corn
Die Händler erwarten den wöchentlichen Getreide-Zwischenbericht von der USDA am späten Montag. Hier werden die neuen Jahreszahlen bekannt gegeben, wie viel Mais in dieser Jahreszeit gepflanzt wurde. In der letzten Woche lagen die US Farmer noch mit 15 Millionen Getreide-Acres zurück. Geplant waren insgesamt 85 Millionen, doch starker Frühlingsregen im Osten verzögerte alles um mindestens 10 Tage. Nun stellen sich die Händler die Frage, wie viel der restlichen 15 Millionen Acres an Mais gepflanzt wird. Dazu kommt noch die Vermutung, dass die Bauern des mittleren Westen in den USA bewusst die Aussaat verzögern, um so höher Preise an den Terminbörsen zu erzielen. Diese höheren Preise sichern sie sich dann mit Put-Optionen oder Shortfutures. treiben auch gegen das Pflanzen von Terminen in ihren Ernteversicherungsplänen hoch. Bis zum 5. Juni ist es entschieden, wie viel Mais angepflanzt wurde! Ein schwacher US Dollar unterstützte am Freitag in Getreidemarkt die Kursentwicklung, welche mit neuen Highs den Handel beendeten. Dazu kamen noch die großen Auslandsverkäufe. Die Unsicherheiten am Markt sind noch nicht weg – es bleibt weiter volatil!
Weizen
Der Weizen schloss etwas höher am Freitag. Die Fonds kauften ca. 4.000 neue Kontrakte an der CBOT. Große Sorge herrscht auch hier über den verzögerten Frühling, der die Aussaat des Weizen weiter verzögert. Weltweit wird aber eingeschätzt, dass die zukünftige Weizenernte um 0,2 Prozent höher liegt, als im vergangenen Jahr.
Sojabohnen
Auch die Sojabohnen stehen immer noch unter Druck. Es gab ungefähr 13 Millionen Acres, die längst bestellt wurden sein sollten und es bis zum 24. Mai aber nicht waren. So ist nun die größte Sorge, was noch geschafft werden kann. Gerade im mittleren Westen kommt es zu großen Verzögerungen, doch dieses Gebiet ist bekannt für die ersten Ernten des Jahres. Der letzte Termin für die Aussaat ist der 20 Juni. Die Bedrohung vom zukünftigen Ausfallverlusten durch nicht bestellen der Felder ist aktuell sehr realistisch! So sind im aktuellen Frühlingweizen 0,5 bis 0,75 Millionen Acres nicht bestellt wurden. Weniger Anbau gleich weniger Ernte! Dabei sind die USA der weltgrößte Nahrungsmittelexporteur! Sojabohnen beendeten den Handel am Freitag höher. Aktuell ist immer noch die Backwardation am Markt bestimmend. Doch die Verengung des Spreads „alte gegen neue Ernte“ war das Thema des Tages beim Handel. Der Juli Kontrakt hatte Zeit zum Konsolidieren – die 12 US$ sind eine sehr wichtige Preismarke bei den Sojabohnen. Tiefer als erwarteter sind die wöchentlicher Export Zahlen ausgefallen, damit ist etwas Druck aus den Märkten genommen wurden.
Live Cattle
Hier werden aktuell neue Spreads aufgebaut. Die Händler verkauften Oktober Kontrakte gegen den August Kontrakt. Doch von der Saisonalität her, sollte diese Spread erst ab Anfang Juni steigen. Doch auf Grund der hohen Volatilität in diesem Markt ist mit einer Gegenreaktion zu rechnen. Die andere Spread Variante August gegen Juni hat seinen Rekordanstieg schon hinter sich. Nun zeigt hier die Saisonalität klar nach unten.
COT Report
Wo waren nun die großen Käufe der Commercials?
Zwar sehen wir Bauholz und Beanöl mit auf der Liste, doch die richtigen Summen wurden in die US Zinsen und und den NASDAQ investiert. Beachten Sie bei den 10jährigen US Zinsen die extremen Positionen der Commercials und der Fonds. Hier stellt sich die Frage, wie lange noch die Fonds den Verkaufsdruck aufrecht erhalten können. Es wird wieder nach oben gehen!
Auf der Verkaufsliste finden wir dagegen wieder alle Rohstoffe! Wenn wundert es, bei steigenden Preisen sichern die Commercials ab! Jeder Preisanstieg ist für sie als Produzenten oder Förderer ein sicherer Gewinn.
Aktuelles Beispiel ist Gold dafür! Wir sehen Gold ganz oben auf der Verkaufsliste stehen. Kein Wunder bei diesen Preisen. Wir gehen gleich darauf ein. Andere interessante Märkte sind die Energiemärkte Crude Oil und Benzin, die Getreidemärkte Weizen und Mais und die Feeder Cattle.
Gold
Gold schließt bei 980 US$ und erreicht damit eine starke Widerstandszone. Der nächste Widerstand liegt bei 993 und dann das alte Hoch aus diesem Frühjahr bei 1010 US$.
Die Fonds sind die großen Bullen am Markt und die Commercials sichern sich natürlich dieses Preisniveau ab. Der Weg über die 1.000er Zone ist sehr schwer und erst ab einem dem Level von 1072 US$ ist der Weg frei. Trotzdem vier Wochen nur steigende Kurse lassen eine leichte Konsolidierung erwarten. Die schlechten Nachrichten werden nicht von heute auf morgen beendet sein, sie werden munter weiter gehen. Solange ist Gold ein sicherer Hafen – die Frage ist nur: In welcher Währung!?
Fazit: physisch Gold ETF´s sind neben Silber eine sehr gute Anlage für die nächsten Monate (wenn nicht sogar Jahre)
Feeder Cattle
Seit Anfang Mai zeigt die Saisonalität nach oben und nun wird die wichtige Widerstandszone um 102 versucht zu überwinden. Die Bullen im Markt sind klar die Fonds, doch die Positionen der Commercials überrascht sehr stark. Sie haben eine klare Netto-Shortposition. Trotz steigender Saisonalität setzen die Insider auf fallende Kurse.
Vor einem Jahr noch, waren sie auf diesem Niveau netto LONG! In den letzten drei Jahren wies der Commercials Index keinen so geringen Wert auf – er liegt bei sage und schreibe NULL!
Fazit: die Shortposition ist noch nicht ausgestoppt und auf Grund der Position der Commercials gibt es wieder Hoffnung für weitere Gewinne! Für einen Longeinstieg ist aber ein Durchbrechen der Widerstände nach oben wichtig – vorher auf keinem Fall!
Weizen
Langsam kommt der Weizen für dieses Jahr in die schwarzen Zahlen. Im Januar war der höchste Kurs bei 667 und nun tastet sich der Markt wieder auf dieses Niveau. Die Saisonalität zeigt klar nach oben und unterstützt damit diesen Trend klar. Die einzigen Bären im Weizen sind die privaten Investoren – ein sehr gutes Zeichen für weiter steigende Kurse! Was noch fehlt ist das größere Vertrauen der Fonds. Sie sind noch weit weg von alten Positionsgrößen. Da die meisten Fonds reine Trendfolger sind, wird ab Preisen größer 667 die Masse von ihnen wieder in den Weizenmarkt investieren. Zu mal dann auch der Moving Average von 52 Wochen durchbrochen wurde.
Fazit: Der Markt sieht bullish aus! Doch aktuell besteht noch eine Shortposition in diesem Markt, erst wenn wir aus der Seitwärtsphase raus sind, gibt es wieder bessere Signale. So ist das halt mit Trendfolgern – nur knappe 30 Prozent aller Signale machen Gewinn – dafür aber richtig!
Corn – Mais
Der Markt erreicht nun auch das alte Niveau vom Januar 2009. Die 450 Marke sind nun zu durchbrechen. Danach ist der Weg frei bis 470 und mit ganz ganz viel Fantasie die 500er Marke! Entscheidend dafür werden die Zahlen von der USDA sein – siehe den Bericht vorne.
Fazit: bis Mitte Juni sollten der Mais noch zu legen können, danach drückt die Saisonalität wieder nach unten in Richtung der aktuellen Shortposition.
Crude Oil
Neue Höchststände im Rohöl! Die 80er US Dollar Marke ist im Visier und die nötige Zeit dazu auch vorhanden.
Fazit. Aktuelle Shortposition , doch Charttechnisch sieht es bullish aus! Positiv die Fonds verstärken immer mehr ihre Longposition.
Benzin
Hier ist ein sauberer Aufwärtstrend zu sehen. Nun kommt der Moment, wo der Moving Average durchbrochen werden muss. Langsam wird auch die Zeit knapp, die Saisonalität zeigt nicht weiter klar nach oben, erst ab November wieder.
In dieser Woche rechne ich mit einer Konsolidierung beim Benzin. Die weitere Entwicklung ist hier von der Preisentwicklung beim Rohöl abhängig. Nur wenn dieser die 80 US Dollar Marke schafft, steigt auch das Benzin weiter!
Fazit: Shortposition und aktuell in einem kritischen Bereich. Ein Longeinstieg ist erst beim Durchbrechen der Widerstände um die 2er Marke ratsam!
Zum Schluss noch schnell die wichtigsten Termine für diese Woche!
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Trading!
Mike C. Kock
www.Mike-Kock.de
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